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Mehr als siebenhundert Jahre (264 vor bis 500 nach Christus) hatten die Gladiatorenkämpfe einen festen Platz im Stadtleben Roms.

Ihren Ursprung haben die Gladiatorenkämpfe in kleineren Veranstaltungen, die von römischen Adeligen auf Marktplätzen inszeniert wurden. Sie ließen Sklaven bis zum Tod miteinander kämpfen, um ihre in Schlachten und Kriegen verstorbenen Familienangehörigen und Freunde zu ehren. Mit der Zeit wurden diese Kämpfe unter den Römern immer beliebter. Die Veranstaltungen wurden größer, es wurden Sitztribünen installiert und Wetten abgeschlossen. Auf die ersten Kämpfe folgten die Tierhetzen, die im Lateinischen als munera bekannt waren. Offiziell wurde die Abschlachtung der Sklaven und Tiere von den Römern als religiöser Opferritus verstanden. Wahrscheinlich war die eigentliche Triebkraft jedoch die Blutgier der Bevölkerung.

Als Julius Caesar an die Macht kam, stattete er die Gladiatoren mit glänzenden Silberrüstungen aus, was unter dem Volk Eindruck schindete. Bis zur Ermordung Caesars fiel die Finanzierung der Gladiatorenkämpfe ausschließlich in den Bereich wohlhabender Privatleute. Der Mord an Caesar war jedoch eine Zäsur, die von der Angst politischer Destabilität begleitet wurde. Von da an waren nicht nur die Wagenrennen, sondern auch die Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen staatlich finanziert.

Ablauf eines Kampftages

Die erste Veranstaltung im Programm waren Tierkämpfe. Die Kämpfer genossen ein weniger hohes Ansehen als die Gladiatoren. Zuerst wurden harmlose Tiere wie Antilopen erlegt, später mussten die Männer mit dem Jagdspeer gegen Raubkatzen, Elefanten und Nashörner kämpfen. In der Pause wurden kleinere Zirkusnummern aufgeführt. Mittags kam es zu einer Reihe von Hinrichtungen. Hingerichtet wurden Kriminelle, die den Tieren zum Fraß vorgeworfen oder unfairerweise gegen einen Gladiator kämpfen mussten. Chance auf Sieg gab es nicht.

Nachmittags wurden die Gladiatoren dem Publikum vorgestellt. Nach einigen Schaukämpfen mit stumpfen Waffen fanden als Finale und Highlight des Tages die echten Gladiatorenkämpfe statt. Bei den Schaukämpfen nahmen auch Herrscher und angesehene Adeliger teil, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

Soziale Stellung der Gladiatoren

Obwohl Gladiatoren noch weniger Ansehen genossen als herkömmliche Sklaven, waren einige von ihnen paradoxerweise echte Stars. Erfolgreiche Gladiatoren ernteten eine Art ambivalenten Ruhm und Bewunderung in der Bevölkerung. Manche Gladiatoren waren gerade unter den Bürgerinnen Roms sehr begehrt, und es kam immer wieder zu Affären.

Die Faszination des ritualisierten Zweikampfs ist bis in die heutige Neuzeit ungebrochen, auch wenn es bei den Boxkämpfen und Wrestlingkämpfen der Gegenwart nicht mehr darum geht, den Gegner zu töten.

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