Spielmannskultur des Mittelalters
Die hochmittelalterliche Spielmannskultur entstand – wie die Ritterturniere – vermutlich im 11. Jahrhundert. Die Spielmannsleute schlossen sich vermutlich in Zeiten der Völkerwanderung zusammen. Als Unterhaltung der mittelalterlichen Bevölkerung zogen sie als vogelfreie Vagabunden durch Westeuropa. Sie waren deswegen recht- und ehrlos und genossen einen deutlich geringeren sozialen Status als jene Musiker, die einem Hof angehörten. Ihre Bezahlung war ebenfalls willkürlich und hing von den Launen ihrer Gönner ab. Das fahrende Volk war auch deshalb so geächtet, da von ihm immer eine gewisse Gefahr ausging.
Zu den klassischen Instrumenten eines Spielmanns gehörten die Flöte, Harfe und Fidel. Zu Beginn war die Musik hochtonig, erst später kamen Bassinstrumente dazu.
Die Musikstücke waren zumeist entweder Liebeslieder (der heute bekannte Minnegesang) oder Heldengeschichten (die als Epen bezeichnet werden). In gewisser Weise übernahmen die Spielmannsleute auch die Funktion der Nachrichtenüberbringer. Durch ihre Landstreicherei bekamen sie viel mit, die erworbenen Neuigkeiten integrierten sie gerne in ihren Liedern.
Spielmänner mussten den Ansprüchen des Hochadels gerecht werden. Deswegen wurde von den Spielleuten verlangt, möglichst viele Instrumente zu beherrschen. Neben ihren Auftritten am Hof lebten sie auch vom Musizieren auf Jahrmärkten und in Gasthäusern.
Zu den Spielleuten zählten aber nicht nur Musiker. Auch Heilkünstler, Akrobaten und Gaukler gehörten zur Spielmannskultur.